Brief an die Umweltministerin zum 3. Nationalpark

Ulrike Scharf

Ulrike Scharf

Vorsitzender des Fördervereins
Nationalpark Ammergebirge e.V.
Hintere Schöne 12
87669 Rieden am Forggensee
h.endhardt@t-online.de

Staatsministerin Frau Ulrike Scharf
Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Rosenkavalierplatz 2
81925 München
Sehr geehrte Frau Ministerin,

die Mitglieder unseres Fördervereins Nationalpark Ammergebirge e.V. haben sich sehr gefreut über die Ankündigung der Staatsregierung zur Gründung eines dritten Nationalparks in Bayern. Wir haben nun die Hoffnung, dass die Wahl für dieses großartige Projekt auf den Bereich Ammergebirge / Wetterstein fällt.

Ich möchte Ihnen sehr komprimiert einige Argumente nennen, die aus unserer Sicht für das Ammergebirge sprechen:

Der Abgrenzungsvorschlag unseres Fördervereins im Ammergebirge ergibt zusammen mit dem angrenzenden geeigneten Suchraum im Wettersteingebirge eine Fläche in der Größenordnung von ca. 29000 ha im Besitz des Freistaats Bayern.

Ein unbesiedeltes und kaum von Verkehrswegen durchschnittenes Gebiet dieser Größenordnung ist meines Wissens in Bayern einmalig.

Im Kalkalpin des Ammergebirges beträgt der Waldanteil lediglich 61%. Des Weiteren ist im bewaldeten Teil die forstwirtschaftliche Nutzung aufgrund des schwierigen Geländes und wegen des geringeren Holzzuwachses deutlich ertragsärmer als in tiefer liegenden Gebieten. D.h. die wirtschaftlichen Einbußen bei einer Nutzungsaufgabe sind für den Staatsforstbetrieb verhältnismäßig gering.

Das Ammergebirge umfasst das größte Karbonat-Bergmischwald-vorkommen in Deutschland. Der Bergmischwald im Kalkalpin gehört grundsätzlich zu den Buchen- und Buchenmischwäldern und stellt bezogen auf ganz Deutschland eine besonders seltene Ausprägung einer Buchenwaldgesellschaft dar. Diesbezüglich unterscheidet sich das Ammergebirge grundlegend von den bestehenden beiden Nationalparken im Bayerischen Wald und auch in Berchtesgaden.

Es hebt sich auch ab von den anderen Buchenwald-Nationalparken in Deutschland, wie Eifel, Kellerwald, Hainich und Müritz.

Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume ist das Ammergebirge das pflanzen- und tierartenreichste terrestrische Großökosystem Deutschlands, an das nur noch die Allgäuer Hochalpen heranreichen*.

Für einen grenzübergreifenden Nationalpark bietet sich als Erweiterungsbereich der Gebirgsstock der Geierköpfe im Außerfern/Tirol an. Der Bürgermeister der betroffenen Marktgemeinde Reutte hat sich dafür bereits positiv ausgesprochen.

Das Ammergebirge mit dem Suchraum im Wettersteingebirge erfüllt nach unserer Überzeugung die Voraussetzungen für einen Nationalpark in herausragender Weise und sollte im „Wettbewerb“ mit den anderen Regionen Berücksichtigung finden. Darum bitten wir Sie.

Wir vom Förderverein möchten Sie und Ihre MitarbeiterInnen ganz herzlich zu einer Begehung im Ammergebirge einladen, um Ihnen unsere Argumente persönlich vortragen zu dürfen. Gerne besuchen wir Sie auch im Ministerium.

Mit freundlichen Grüßen
1. Vorstand Förderverein Nationalpark Ammergebirge e.V.
Hintere Schöne 12
87669 Rieden a.F.
h.endhardt@t-online.de

*Dr. Hans Ehrhardt, Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben, Sonderdruck „Nationalparkprojekt Ammergebirge“, Seite 22, ISSN 0720-3705

2016-09-27T11:44:00+00:00 14. August 2016|Aktuelles|0 Kommentare

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